Glamour und Disziplin

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Nachdem wir mit einem Haus auf Barbados einen letzen nostalgischen Blick auf den Sommer (Blick ins Paradies) geworfen haben, läuten wir jetzt die Interior Design Herbstsaison ein – und zwar noch einmal mit einem Projekt der ungekrönten britischen Queen der Innenarchitektur, mit Kelly Hoppen.

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Dieses Mal entführt Kelly Hoppen uns in das Herz Londons, in ein Haus in Covent Garden. Doch bloß weil wir vom sonnigen Barbados jetzt in die eher regnerische britische Hauptstadt ziehen, heißt das noch lange nicht, dass wir plötzlich innenarchitektonischer Tristesse ausgesetzt wären. Vielmehr stellt Kelly Hoppen ihre schlichte wie beeindruckende Interpretation von glamourösem Wohnen vor.

Großzügigkeit hat Kelly Hoppen im Wohnbereich walten lassen, in dem sie sich für eine Decke fast so hoch wie eine Kathedrale entschieden hat. Die Wandverschalung ist aus exklusiven sandfarbenen Steinplatten, die in schönem Kontrast zu den schwarz lackierten Dielen stehen. Dieser Kontrast hallt sowohl im Essensemble als auch in der Sofagruppe wieder, wobei bei beidem zusätzlich die Farbe weiß (Stühle, Couchtische) eingeführt wird. Dieses strahlende Weiß setzt sich in den lange Vorhängen fort, die in einer eleganten Bordüre abschließen. In dem eingelassenen Regal zu Kopf werden die Bücher und Vasen so gekonnt ausgeleuchtet wie in einem Museum.

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Einbauten im ähnlichen Stil, nur dieses Mal aus schwarzem Holz, befinden sich auf der direkt gegenüber liegenden Seite. Aus dieser Perspektive sehen wir noch eine weitere Sitzecke mit niedrigerer Decke für diejenigen, die es etwas gemütlicher vor dem Kamin haben wollen.
Absolute Prunkstücke sind die Lüster, die von der Decke hängen. Drei Stück an der Zahl, verbinden die Kronleuchter auch noch drei verschiedene Stilelemente zu einem gelungenen Ganzen. Die Kettenaufhängung versprüht industriellen Flair während die Glastropfen im Inneren samt kerzenförmiger Leuchtbirnen ganz der klassischen Form verschrieben sind. Das verbindende Element sind die kugelförmigen Konstruktionen rund um die Leuchten, die wiederum futuristisch anmuten, indem sie an Umlaufbahnen von Planeten erinnern.
Der erste Stock schließt mit einem Balkon an, von dem aus man auf den Wohnbereich blicken kann. Und wer genau hinsieht, der entdeckt ein ziemlich außergewöhnliches Feature: ein Fenster, das zu einem der Schlafzimmer führt.

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Um in den ersten Stock zu gelangen, muss man eine Treppe erklimmen, die für sich genommen schon ein spektakuläres Ereignis ist. Angelegt wie eine Kunstinstallation windet sie sich mit elegantem Schwung nach oben. Dieses Mal leuchtet ein klassischer Kronleuchter den Weg, bei der Wahl der Materialien und Farben bleibt sich Kelly Hoppen jedoch treu: schwarz, weiß, beige herrschen vor. Und erneut die mondänen ellenlangen Vorhänge mit Bordüre.

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Nun zum nächsten Highlight dieses Hauses, zu jenem schon zuvor erwähnten Schlafzimmer. Selten kann man solch eine Weite hinter dem Kopfende genießen wie hier, denn ein Fenster schließt an das Bett an mit direktem Blick auf die Wohnräume. Trotz dieser Offenheit büßt der Raum dennoch nicht an Privatheit ein, da er nur einen Ausblick, aber für niemanden einen Einblick bietet. Auch hier im Kleinen übt sich Kelly Hoppen in der Disziplin ihren Einrichtungsprinzipien und in der Farbwahl sich treu zu bleiben. Die sandfarbene Raufasertapete wirkt wie eine Spiegelung der Steinwände, die durch das Fenster zu sehen sind. Es gibt Wandeinlassungen mit punktierender Beleuchtung, die wiederum en miniature eine Variation der zuvor beschriebenen Lüster sind. Selbst die Wahl der Bettbezüge bleibt streng im Farbspektrum, so dass man sich trotz aller Großzügigkeit und Glamour nie verloren fühlt.

 

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