Die Holzader

Wenn es einen gewissen Trend gibt, den LoveDesigns augenblicklich im Bereich Innenarchitektur ausmachen kann, dann ist es, dass herkömmliche Wände und Türen als Raumtrenner immer öfter ersetzt werden durch innovativere Mittel, Wohnbereiche voneinander abzugrenzen. Allein auf LoveDesigns haben wir Euch bereits zwei Apartments vorgestellt, die jeweils durch ganz verschiedene Herangehensweisen, den verfügbaren Raum einer Wohnung neu strukturieren (Projekt Kunstliebhaber, Eleganz und Ideenreichtum über den Dächern Münchens).

Ein weiteres Beispiel, das uns richtig gut gefällt und noch einmal zeigt, wie viel Potential in diesem Trend steckt, haben wir bei der spanischen Innenarchitektin Susanna Cots gefunden. In dem Projekt, dass sie „Transversal Expression“ getauft hat, etabliert Susanna Cots ein Holzelement, das sich vertikal und horizontal durch den gesamten Wohnraum zieht. Susanna Cots beschreibt dieses Holzmotiv selbst als „Hauptschlagader“, die alle Räume miteinander verbindet.

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Ihren Ausgangspunkt hat die Holzader im Wohnzimmerbereich, wo das Holz ein gemütliches Sofa wie eine Schutzhaut oben, vorne und hinten umhüllt. Darüber hinaus setzt es visuell den Küchenbereich ab, der direkt anschließt, und im Kontrast zur atmosphärischen warmen Holzverkleidung in kühlem Weiß gehalten ist.

Hinter dem Wohnzimmerbereich sind die Holzlatten wie zu einer Box zusammengebaut, in der sich die Toilette befindet. Außen an dem Holzkubus sind Bücherregale angebracht, innen dienen die Holzstreben als Sichtschutz. Dort, wo es natürlich am gemütlichsten und wärmsten im gesamten Haus sein sollte, läuft die Holzader aus: Auch das Schlafzimmer umhüllt das Holz wie einen Schutzmantel und dient gleichzeitig als Kopfende des Betts, in das Nischen eingelassen sind, die das Nachtkästchen links und rechts ersetzen.

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Die Platzierung der Badewanne direkt neben dem Bett räumt noch einmal beherzt mit alten Raumkonventionen auf und ist, in Anlehnung an die Küchen-Wohnzimmer-Situation, ganz in weiß gehalten. Dabei hatte Susanna Cots einen hervorragenden Einfall, den wir so noch nicht kannten, für den wir uns aber sofort begeistern konnten: Ist die Badewanne nicht in Gebrauch, kann sie mit einer von Susanna Cots eigens konzipierten Abdeckung versehen werden! Im Handumdrehen wird so aus dem Sanitärbereich eine Sitzecke.

Ein durch und durch schlüssiges Konzept also, das Susanna Cots hier umgesetzt hat. Denn es ist nicht nur raffiniert in seinen Details, sondern beweist, wie leicht es ist, großzügige Raumgestaltung zuzulassen und dabei ein völlig neues Wohngefühl zu kreieren, das in keinem Moment an Intimität einbüßt.

 

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